Wenn beim Lachen der Harn abgeht

Weinendes Mädchen
Besonders Mädchen leiden an Kicher-Inkontinenz
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Kinder lieben es, Späße zu machen und lachen dann so ungehemmt, dass sich die Blase plötzlich und ohne Vorankündigung entleert. Diese Kicher- oder Giggle-Inkontinenz (giggle engl. = Kichern) wird besonders oft bei Mädchen zwischen sieben und zwölf Jahren beobachtet. Dabei ist es nicht so, dass die Kinder ein paar Tröpfchen Harn verlieren, nein, die Blase entleert sich völlig, ohne dass vorher ein Harndrang vorhanden gewesen wäre. Und wenn die Schleuse einmal offen ist, kann sie auch nicht mehr gestoppt werden.

Mädchen häufiger von Giggle-Inkontinenz betroffen

Die Kicher-Inkontinenz ist eine Form der Stress-Inkontinenz. Der Grund dürfte sein, dass cirka 30% der Kinder – vorwiegend Mädchen – im betroffenen Alter noch keine volle Kontrolle über ihren Beckenboden haben und außerdem an einer überaktiven Blase leiden könnten. Dadurch kommt es beim ungehemmten Lachen zur plötzlichen und völligen Entleerung der Blase.

Der weibliche Beckenboden ist aufgrund der anatomischen Gegebenheiten stärker gefährdet, Schwächen zu zeigen, und das schon bei Mädchen. Jedoch auch Buben im Grundschulalter können von dieser Form der Inkontinenz betroffen sein, doch wesentlich weniger oft.

In den meisten Fällen kommt der unerwünschte Harnabgang bei Mädchen nur gelegentlich vor und der Zustand bessert sich häufig während und nach der Pubertät von selbst. Vermutlich ist dafür die hormonelle Umstellung verantwortlich oder aber man lacht einfach nach der Kindheit nicht mehr so ausgelassen wie früher.

Sehr belastend für Kinder in diesem zarten Alter kann es aber sein, wenn das „in die Hose machen“ öfter vorkommt. Inkontinenz ist ja schon grundsätzlich ein Tabu-Thema, wie belastend muss es dann für ein Mädchen oder einen Knaben sein, wenn es/er fürchten muss, von den Schulkolleg/innen und Freund/innen ausgelacht zu werden? Die zarte Psyche dieser Kinder kann dadurch einen erheblichen Schaden erleiden.

Hilfe bei Kicher-Inkontinenz

In erster Linie ist es hilfreich, das Thema offen anzusprechen: In der Schule könnte etwa im Unterricht darauf hingewiesen und das Thema diskutiert werden. Auch die Eltern können einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung von kindlicher Inkontinenz leisten, indem sie offen mit dem betroffenen Kind darüber sprechen und es natürlich auf keinen Fall tadeln dürfen. Auch Geschwister und Freunde sollten in diese Gespräche eingebunden werden, um klar zu machen, dass es mehr oder weniger „normal“ ist, sich beim ungehemmten Lachen anzumachen, und dass es nichts ist, wofür man sich schämen muss.

Vor allem aber sollte das Kind lernen, mittels Beckenbodentrainings den Schließmuskel besser kontrollieren zu lernen. Da auch eine überaktive Blase oft Schuld an der kindlichen Gigger-Inkontinenz trägt, sollte auch Blasentraining geübt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Kind ausreichend trinkt – aber möglichst keine gesüßten und kohlensäurehaltigen Getränke! -, und es auch nicht immer schon auf Verdacht zur Toilette läuft. Es soll trainiert werden, nicht gleich beim ersten Signal, wenn die Blase noch gar nicht gefüllt ist, zur Toilette zu gehen. Dies klingt zwar absurd, bewirkt aber, dass die Blase ihr Aufnahmevolumen vergrößert und nach einiger Zeit weniger „nervös“ reagiert.

Beckenbodentraining im Alltag

Auch bei Giggle- oder Kicher-Inkontinenz soll unbedingt der Beckenboden trainiert werden, und zwar regelmäßig, um die Beckenbodenmuskulatur zu kräftigen und den Schließmuskel besser koordinieren zu lernen. Wie, erfahren Sie in meinem eBook

„Inkontinenz vorbeugen – besiegen. Das Praxisbuch für Frauen“,

das Sie kostenpflichtig sofort downloaden können. Es wäre schön, wenn die Mütter gleich mit den Kindern die Beckenbodenübungen ausführen könnten. Hier erfahren Sie auch, wie Sie das Beckenbodentraining Ihrer Kinder in den Alltag einbauen können.

Viel Spaß beim Beckenbodentraining gegen Kicher-Inkontinenz!

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