Die schlimmste Form von Inkontinenz: den Stuhl nicht halten können

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Inkontinenz
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Unter Stuhlinkontinenz versteht man laut Wikipedia das Unvermögen, Stuhl und Winde bewusst zu kontrollieren. Allein die Vorstellung, ständig auf Einlagen angewiesen zu sein, ist schon erschreckend. Unter den Inkontinenz-Formen ist die Stuhlinkontinenz deshalb wohl die unangenehmste und daher auch die am meisten tabuisierte. Laut Ärztezeitung.de leiden schätzungsweise 4 Millionen Deutsche (!) an dieser Störung. Wenn der Stuhl nicht mehr gehalten werden kann, führt das unweigerlich zu einer erheblichen Einschränkung des täglichen Lebens. Das damit verbundene Geruchsproblem bringt eine soziale Isolation der betroffenen Personen mit sich, da viele sich sogar scheuen, den Arzt bei diesen Beschwerden zu konsultieren. Dabei könnte 80% der Betroffenen geholfen werden!

Ursachen der Stuhlinkontinenz

Wieder einmal sind Frauen häufiger betroffen als Männer:

  • Natürliche Geburten und dabei entstandene Damm-Einrisse führen später häufig zu Stuhlinkontinenz. Früher nahm man an, dass Dammschnitte einer späteren Inkontinenz vorbeugen würden. Heute ist man zur Einsicht gekommen, dass dieser Einschnitt spätere Inkontinenz im Allgemeinen eher fördert als verhindert.
  • Weiters führt eine allgemeine Muskelschwäche, bedingt durch Alter und/oder Hormonumstellung ebenfalls in vielen Fällen zu einer Stuhl- oder Fäkalinkontinenz.
  • Krankhafte Veränderungen durch Tumore, Hämorrhoiden, Verletzungen etc. und damit einher gehende Schädigung der Nerven können ebenfalls zu Stuhlinkontinenz führen.
  • Ein über einen längeren Zeitraum führender Konsum von Abführmitteln (Tees, Pillen usw.) schädigt ebenfalls das Schließmuskel-Sensorium und kann Stuhlinkontinenz fördern.
  • Demenzerkrankungen und bestimmte Medikamente stören ebenfalls die willentliche Kontrolle des After-Schließmuskels – und nicht nur.

Arztbesuch ist unerlässlich

Erst einmal muss die Ursache der Stuhlinkontinenz festgestellt werden und dann kann mit dem Arzt zusammen ein Maßnahmenpaket erarbeitet werden, das bei konsequenter Einhaltung in 80% der Fälle eine erheblichen Verbesserung, wenn nicht ein Verschwinden der Symptome verspricht. Wichtiger Bestandteil der Therapie ist eine Ernährungsumstellung: Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichende Trinkmenge führen zu Stühlen, die weder zu hart noch zu weich sind. Dadurch sollte auch erreicht werden, dass die Stuhlentleerung regelmäßig zur gleichen Tageszeit erfolgt, also möglichst außerhalb von Stress-Perioden.
Hauptbestandteil des Maßnahmenpaketes wird allerdings Beckenbodentraining sein. Leider kann bei einer so schweren Störung wie Stuhlinkontinenz nicht auf Beckenbodenübungen zwischendurch zurückgegriffen werden. Auch ist der After-Schließmuskel nicht leicht zu isolieren. Das Beckenbodentraining gegen Stuhlinkontinenz wird anfangs sinnvoller Weise unter Anleitung eines Therapeuten/einer Therapeutin erfolgen und muss zu Beginn täglich konzentriert ausgeführt werden.
Auch kann eine Trainingshilfe in Anspruch genommen werden. Elektrostimulation hilft bei Nervenschädigungen, die Wahrnehmung zu stimulieren und auch dabei, den Muskel besser ansprechen zu lernen. Zum eigentlichen Beckenbodentraining eignet sich am besten ein Biofeedbackgerät, wo Sie den Trainingserfolg – auch wenn er objektiv noch nicht spürbar ist – subjektiv ablesen können. Dies wirkt zusätzlich motivierend, um das Training nicht frühzeitig abzubrechen.

Beckenbodentraining als Vorbeugung und zur Erhaltung

Wie Sie Beckenbodentraining zur Vorbeugung von Stuhlinkontinenz und später zur Erhaltung des erwünschten Kontinenz-Zustandes ohne Zeitaufwand ausführen können, lesen Sie in meinen beiden eBooks

„Inkontinenz vorbeugen – besiegen. Das Praxisbuch für Frauen“ und
„Impotenz und Inkontinenz besiegen. Das Praxisbuch für Männer“

die Sie kostenpflichtig sofort downloaden können und wo Sie auch ein detailliertes Trainingsprogramm finden.

Viel Spaß beim Beckenbodentraining zur Vorbeugung von Stuhlinkontinenz!
 

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