Rückbildungsgymnastik

Mutter mit Baby
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Rückbildungsgymnastik ist nicht erst eine moderne Erfindung, die gibt es seit Tausenden Jahren: In China und Persien verwendeten die Frauen nach einer Entbindung Jadekugeln, die sie in die Vagina einführten, um ihre sexuelle Anziehungskraft wieder zu erlangen. Und der „Vater des Beckenbodentrainings“, der kalifornische Arzt Arnold H. Kegel entwickelte sein Beckenboden-Trainingsprogramm aufgrund seiner Kenntnisse von einem südafrikanischen Stamm, der bekannt dafür war, dass die Frauen einen besonders straffen Beckenbodenmuskel hatten: Nach einer Geburt wurden die Frauen dazu veranlasst, sich einen Finger in die Scheide zu stecken und den Beckenboden dagegen anzuspannen.

 

Fakt ist nun, dass die Rückbildungsgymnastik heutzutage fast schon obligatorisch angeboten wird, da es die effizienteste Vorsorge gegen Inkontinenz ist. Es wird auch meist von der Krankenkasse bezahlt oder zumindest erhält man einen Zuschuss zu den Kurskosten. Rückbildungsgymnastik besteht allerdings nicht nur aus Beckenbodentraining, sondern wird angereichert durch begleitende Übungen, etwa um wieder einen platten Bauch zu bekommen oder um die zugelegten Kilos so rasch wie möglich wieder los zu werden.

Äußerst wünschenswerter Nebeneffekt der Rückbildungsgymnastik ist natürlich auch, dass der Beckenboden, der durch den Geburtsvorgang extrem beansprucht und traumatisiert wurde, rasch wieder in Form kommt. Und dies ist nicht nur die wichtigste Inkontinenz-Vorsorge, sondern ist für das Lustempfinden beider Partner ungeheuer wichtig, da ein trainierter, gut durchbluteter Beckenboden die Orgasmusbereitschaft erhöht und den Penis des Mannes intensiver stimuliert.

Beckenbodentraining schon vor der Entbindung?

Beckenbodentraining für Schwangere?
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Darüber gehen die Meinungen der Fachleute auseinander: Einige meinen, dass ein zu fester Beckenbodenmuskel die Geburt erschweren würde. Ich bin allerdings der Meinung – und damit stehe ich nicht allein da -, dass ein trainierter Beckenbodenmuskel besser durchblutet und daher flexibler und elastischer ist und vor Verletzungen und Einrissen besser schützt. Die Entscheidung, ob Beckenbodentraining vor der Entbindung oder nicht, müssen Sie jedoch mit dem Arzt Ihres Vertrauens oder mit der Hebamme treffen.

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