PSA-Test im Zwielicht

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PSA-Test
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Kürzlich strahlte die ARD in der Reihe „Kontraste“ einen Beitrag mit dem Titel „Früherkennung bei Prostatakrebs: Das Geschäft mit der Angst“ aus. Darin wurde die Geschichte eines Betroffenen erzählt, dessen Lebensqualität sich nach Feststellung eines erhöhten PSA-Wertes dramatisch verschlechtert hatte: Tatsächlich scheint es so, dass aus der durchaus nützlichen Prostata-Vorsorge-Untersuchung ein Geschäft mit der Angst gemacht wird.

Die Fakten

Jährlich erkranken in Deutschland rund 60.000 Männer an Prostata-Krebs und 11.000 sterben daran. Von den Ärzten wird allerdings jährlich rund 700.000 Männer der PSA-Test empfohlen, der vor allem in Deutschland meist von den Krankenkassen nicht bezahlt wird und daher aus eigener Tasche berappt werden muss.
Und hier beginnt auch die Fehlentwicklung, die in den letzten Jahren um sich gegriffen hat: Vor allem ältere Männer werden viel zu oft operiert, mit der Folge, dass – laut einer Untersuchung der Barmer Ersatzkasse – 73% der an der Prostata operierten Männer impotent und 16% inkontinent werden, und manchmal auch bleiben.
Prof. Bernt-Peter Roba von der Universitätsklinik Magdeburg stellt auch fest, dass die Früherkennung von Prostatakrebs von 1000 untersuchten Männern nur einem einzigen das Leben rettet, 36 weitere aber – unnötiger weise operiert – mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität rechnen müssen, nämlich mit Impotenz und Inkontinenz. Dies betrifft vor allem ältere Männer, von denen oft gesagt wird, dass sie MIT dem Prostatakrebs sterben, aber nicht AN ihm.

Überwachung statt OP?

Sicher wird heutzutage auch ohne Not die PSA-Untersuchung empfohlen und versetzt jene Männer, bei denen ein erhöhter Wert festgestellt wird, unnötig in Angst. In vielen Fällen würde es ausreichen, den Krebs regelmäßig zu überwachen. Dies trifft vor allem auf ältere Männer zu, wo sich der Krebs oft unauffällig verhält und sich nur langsam ausbreitet. Wenn bei Ihnen ein erhöhter PSA-Wert festgestellt wird, bewahren Sie bitte ruhig Blut und überdenken Sie gut, ob Sie gleich zur OP schreiten. Holen Sie möglichst auch eine zweite oder dritte Meinung ein und lassen Sie sich über alle Risiken genauestens aufklären. Lassen Sie sich vor allem nicht gleich zum chirurgischen Eingriff drängen – Ihre Lebensqualität hängt davon ab. Bedenken Sie: Von 1000 untersuchten Männern wird nur einer durch die Vorsorgeuntersuchung gerettet und 36 werden mit gravierenden Folgen für ihre Lebensqualität operiert!

Was ist eigentlich PSA?

Beim Prostataspezifischne Antigen (PSA) handelt es sich um ein Eiweiß, das in der Prostata zur Verflüssigung des Spermas gebildet wird und auch bei gesunden Männern sowohl im Sperma als auch im Blut nachgewiesen werden kann. Ein erhöhter PSA-Wert kann daher auf das Vorhandensein eines Prostata-Tumors hindeuten. Aber auch andere Faktoren können den PSA-Wert beeinflussen:

Vorkehrungen vor dem PSA-Test

Dies soll natürlich kein Ratschlag sein, den PSA-Test zu verweigern. Doch wenn Sie ihn durchführen lassen, sollten Sie einige Vorkehrungen treffen bzw. Dinge unterlassen, da diese den Testwert verfälschen könnten:

  • Lassen Sie unbedingt zwischen Tastuntersuchung und Blutabnahme zum PSA-Test einige Tage verstreichen,
  • leben Sie ein paar Tage vor der Blutabnahme enthaltsam, vor allem vermeiden Sie die Prostata stimulierende Sexualpraktiken,
  • vermeiden Sie längere Radtouren oder intensives Spinning im Fitness-Studio.

Sagen Sie dem untersuchenden Arzt auch, welche Medikamente Sie regelmäßig einnehmen, denn auch diese könnten den PSA-Wert beeinflussen.

Gesunderhaltung der Prostata

Um die Funktion der Prostata anschaulich zu erklären, kann man sie sich als einen getränkten Schwamm vorstellen, der bei jedem Samenerguss ausgepresst wird. Eine wichtige Voraussetzung für die Gesunderhaltung der Prostata ist – neben einer gesunden Ernährung, die wenig Schadstoffe enthält, da auch diese in der Prostata gespeichert werden – eine regelmäßiges Liebesleben. So wird die Prostata auch regelmäßig gereinigt.
Des weiteren hilft auch Beckenbodentraining bei der Gesunderhaltung der Prostata, da dadurch die Durchblutung des Beckenbodenbereichs angeregt wird. Und sollte wirklich eine OP unabwendbar sein, hilft Ihnen das Beckenbodentraining, Ihre Kontinenz zu erhalten bzw. wieder zu erlangen. Wie Sie das Beckenbodentraining zur Prostatagesundheit ohne Zeitaufwand in den Alltag einbauen können, erfahren Sie in meinem eBook

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Viel Erfolg beim Beckenbodentraining zur Gesunderhaltung der Prostata!

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