Methode „Wildwuchs“ und Beckenboden

Dr. Sandra Elnekheli
Dr. Sandra Elnekheli
Ärztin, Sexualtherapeutin, Beraterin nach der Methode Wildwuchs
http://www.bewusstseinsmedizin.at

Die Methode Wildwuchs ist eine seit über 20 Jahren etablierte Methode, um Menschen zu helfen die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Der Hauptfokus liegt auf der Einbeziehung der Körperintelligenz als Ratgeber und „roter Faden“ zur Lösung des individuellen Problems. Der Mensch verfügt über innere Bilder, die Muster von bewussten und unbewussten Lebenserfahrungen, momentanen Gegebenheiten wie der psychischen und sozialen Situation, und Körperprozesse gespeichert haben.

Theoretischer Ansatz der Wildwuchs-Methode

Die wissenschaftliche Basis kommt aus der Neurobiologie und der Psycho-Neuro-Immunologie. Es wurde erforscht wie vergangene und aktuelle Erlebnisse, Gefühle und Handlungen verwoben mit körperlichen Prozessen sind und auf diese einwirken können. Angelika Koppe, Dipl. Päd. und Soziotherapeutin für chronisch und lebensbedrohlich Erkrankte, hat eine Kurzzeittherapie entwickelt, die dem komplexen Ursache-Wirkung-System des Menschen durch die Sprache der inneren Bilder zugänglich gemacht werden kann. Die inneren Bilder erzählen eine Geschichte aus den bewusst und unbewusst abgespeicherten Erlebnissen, lassen die innere Logik erkennen und dadurch auch die Möglichkeit der dauerhaften Veränderung.

Diese Methode umfasst fünf eineinhalbstündige Sitzungen, wo mit Essenzen aus verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren gearbeitet wird, wobei der Fokus auf den inneren Bildern des Klienten liegt. Es wird in oberflächlicher Tranceinduktion gearbeitet, die Bilder werden nachbearbeitet durch das Nachgespräch, Malen, Formen und das Üben der Visualisierungen in Form einer Meditation.

In welchen Fällen kann Wildwuchs helfen?

Indikationen sind chronischen Erkrankungen die medizinisch ausdiagnostiziert und therapiert sind. Zysten, Myome, Endometriose, chronischer Ausfluss aber natürlich auch sexuelle Störungen wie Lustlosigkeit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Orgasmusprobleme.

Therapieverlauf – Fallbeispiel

Einzelberatung Nicole 2012 (die unterstrichenen Bereiche entsprechen dem Beginn einer Sitzung)

Nicole ist eine 21-jährige Biologiestudentin, sie kommt in meine Praxis, weil sie seit ihrem ersten Sexualkontakt mit 18, der sehr schmerzhaft war, chronische Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hat. Sie hatte drei unangenehme Erfahrungen mit GynäkologInnen, die unterschiedlicher Meinung über ihr Problem waren, letztendlich wurde vor einem Jahr das Jungfernhäutchen medizinisch beseitigt, die Schmerzen haben aber deshalb nicht aufgehört. Seit dieser Zeit leidet sie auch an Depressionen. Sie kommt aus gutem Haus, hatte in der Schule Mobbingprobleme, hat sich immer mit Burschen besser verstanden, schaut selbst auch sehr burschikos aus und hat eine Aversion gegen die klassische „Tussi“. Im Studium ist sie auch Einzelgängerin, hat wenig Vertrauen, das möglicherweise bedingt ist durch den zehn Jahre älteren Bruder, der sie als kleines Kind gequält hat, insofern, als er sie immer gedemütigt und auch körperlich seine Übermacht ausgespielt hat.

Wunsch: ich möchte meine freie Sexualität genießen und mehr Lebensfreude haben.
Ziel: mich annehmen können damit ich die Liebe der anderen annehmen kann. Informationen über die Körperzusammenhänge bekommen.
Erwartung: Abgrenzen lernen

Körpererkundung: hier leitet man an, dass man sich selbst noch mal als Person sieht, die dann kleiner wird und man mit der Aufmerksamkeit aus dem eigenen Körper herausschlüpft und dann in den kleiner werdenden Körper hineinschlüpft. Das ist ein wichtiger Distanzierungsschritt, um aus einer außenstehenden Ebene auf das Thema blicken zu können.

Dann wandert die kleine Person zu drei vorgegebenen Orten im Körper.
1. Ort der Beschwerde: Sie geht zur Vagina. Will nicht hinein. Ekel. Schaut von außen: trocken, angespannt. Was fehlt dem Ort? Feuchtigkeit, Entspannung, Vertrauen
2. weibliche Organe: steht am Venushügel, versucht hinein zu gehen. sie nimmt allen Mut zusammen geht Richtung Eingang. Enge, Beklemmung, fühlt sich hart an. Keine Chance weiterzukommen, Beckenboden macht zu, spannt sich an.
3. Ort der Kraft: Herz, dunkelrot, Blut, Adern, warm, still. Der Kraftort wird zu einem kleinen leuchtenden weiß-blauen Punkt, wie ein Glühwürmchen.

Hier bekommt man viel Gesprächsstoff über Ekel und Abwehr und Anspannung, all das fließt ins Nachgespräch ein.

Glaubenssätze:

  • Ich funktioniere nicht.
  • Ich fühle mich ausgeliefert.
  • Ich will keine Beziehung.
  • Ich werde als Frau nicht wahrgenommen.
  • Ich fühle mich in meiner erwachsenen Rolle überfordert.

Hier ist die Aufgabe, diese Glaubenssätze in Frage zu stellen, nachdem man sich mit ihrer Herkunft beschäftigt hat, denn diese Muster waren irgendwann Schutz für die Entwicklungsphase wo sie aufgetaucht sind, für die jetzigen Ziele stehen sie aber breit und mächtig im Weg.
Was wäre denn, wenn ich funktionieren würde, mich öffnen könnte, Vertrauen in meine Beziehung hätte, mich weiblich fühlen würde und mich freue erwachsen geworden zu sein?

Meistens ist das eine totale Überforderung, aber Ziel ist nun in kleinsten Schritten in diese Richtung zu starten. Neue positive Glaubenssätze werden integriert. Zum Beispiel: Positiver Glaubenssatz: Ich vertraue meiner Intuition und darf NEIN sagen!

Analytische Visualisierung: Eine Gestalttherapie, wo man seinen eigene Körper als Statue darstellt und mit den Händen einen heilsamen Prozess einleitet. Wählt das äußere Geschlecht für die Kontaktaufnahme.
Aussehen: rosa, weich, rau
Aufgabe: Geschlechtverkehr, Spaß, Kinder kriegen
Gefühl: bin da, neutral
Stärke: keine
Angst: Schmerzen zu verursachen
Wunsch: Hilfe. Zu trocken, zu eng, zu verkrampft

Auswirkung: es tut ihr leid, dass der Bereich auch Schmerzen an der Seele verursacht.
Verbindung zum Beckenboden: hier gibt es ein Kommunikationsproblem. Hat auch etwas mit dem Gehirn und Stress zu tun.
Heilsamer Prozess: wichtiger Prozess in tiefer Trance. Hände spüren was zu tun ist. Es entwickelt sich ein Heilungsprozess wie in einem Video, das dann tief im Bewusstsein abgespeichert wird. Hände streichen über den Unterbauch, die Beckenbodenmuskeln entspannen sich, werden röter, wärmer. Feuchtigkeit entsteht, Beruhigung, Entspannung, Öffnung. Friedliche Atmosphäre.

Sie sieht sich als gesunde Frau: Augen offen, hält Blickkontakt, lächelt. Aufrechte Haltung, zufriedener Gesichtsausdruck, keine Schmerzen!

Heilsame Visualisierung: man trifft die eigene Intuition in Form der weisen Alten und projiziert 3 Bilder auf einen See:

  1. Bild des Problems: Mein Spiegelbild, mein Kopf
  2. Bild der Kraft: Ich mit Freuden und fröhlich
  3. Bild der Heilung: Sport! Ich in Bewegung, energiegeladen, gut gelaunt, aufgedreht.

Gespräch mit der weisen Alten (einer kleinen Schamanin): Hab Geduld, du brauchst viele kleine Schritte!

Geschenk: Paket mit Antidepressivum, Schweißbänder mit Sportschuhen drinnen.

Selbstheilungsrezept für vier Wochen ist eine Zusammenfassung der erworbenen Infos und soll eine Herausforderung und keine Überforderung darstellen.

Ziel: raus aus der Opferrolle rein in meine Rolle!

Rezept:

  1. Jeden Tag mindestens ein Mal die Wohnung verlassen.
  2. Bauchatmung üben mit Beckenschaukel kombinieren, bewusstes Anspannen und Entspannen des Beckenbodens. Dann den heilsamen Prozess vorstellen.
  3. Vagina schützen, NEIN sagen wenn sie nicht bereit dazu ist!
  4. Psychiater wegen Verschreibung der Antidepressiva aufsuchen.

Ergebnis der Wildwuchs-Therapie

Die Methode Wildwuchs vermag in kurzer Zeit Botschaften aus dem Unterbewusstsein so aneinanderzureihen, dass den Klientinnen die Logik ihres Problems klar wird. Damit ist auch ein aktiver Veränderungsprozess möglich.
Für Nicole war es wichtig, den Weg zur Heilung wahrnehmen zu können. Außerdem war ganz wichtig, dass sie in kleinen Schritten und langsam vorgehen soll. Die erste auffallende Veränderung war, dass sie zum Nachgespräch statt in Jeans und Turnschuhen im Rock erschienen ist, erstmals dezent geschminkt und Schmuck tragend.
Sie hat Sicherheit und Vertrauen in sich und ihr Leben mitnehmen können!

Information zur Autorin

Dr. Sandra Elnekheli, Ärztin, Sexualtherapeutin, Beraterin nach der Methode Wildwuchs
www.bewusstseinsmedizin.at
 

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