Von den chinesischen Liebeskugeln zum Kegel-Training – die Geschichte des Beckenbodentrainings

Chinesische Liebeskugeln<br />© djama - Fotolia.com
Chinesische Liebeskugeln
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Das Beckenbodentraining ist ja nicht nur Modeerscheinung der letzten Jahrzehnte, sondern es existiert seit tausenden Jahren und in vielen Kulturen. Da früher Frauen meist keine hohe Lebenserwartung hatten, war der Grund für die vor allem aus China und Persien bekannte Methode mit Liebeskugeln, auch oft in Eiform, aus Jade oder anderen Halbedelsteinen der, nach einer Geburt die sexuelle Anziehungskraft für den Mann wieder herzustellen.

Chinesische Liebeskugeln aus Jade

Beim Geburtsvorgang wird der Beckenbodenmuskel auf ein Vielfaches seiner normalen Dehnung ausgeweitet, und das oft über viele Stunden. Dies führt dazu, dass der Schließmuskel oft ausgedehnt bleibt und die sexuelle Stimulation für den Mann eine geringere ist. Aus diesem Grund verwendeten die Frauen im alten China Kugeln aus Jade, Aventurin oder anderen geschliffenen Halbedelsteinen, die sie in die Scheide einführten, und mittels der Beckenbodenmuskulatur auf und ab bewegten. Die Idee war, dass dadurch der Sexualregion Energie und Lebenskraft zugeführt wurde, die innere Kraft sowie die Kontrolle über die eigene Sexualität wuchs. Dadurch wurde die Muskulatur trainiert und erhielt in relativ kurzer Zeit wieder ihre frühere Form zurück.
Eine andere Methode war es, eine oder auch mehrere Liebeskugeln in der Scheide zu tragen und mit dem Beckenbodenmuskel zu verhindern, dass sie heraus fielen. Auch dies führte ebenfalls zu einer Stärkung und Verengung des Beckenbodenmuskels und hält ihn elastisch und flexibel.
Auch heute finden Jadekugeln oder -eier, die mit einem Rückholfaden versehen sind, Anwendung. In Eroticshops kann man aneinander gekettete Metallkugeln beziehen, die sogenannte Liebeskugeln oder Liebesperlen. Und die von Ärzten gegen Inkontinenz empfohlenen Vaginalgewichte oder Vaginalkonen sind die legitimen Nachfolger dieser orientalischen Form des Beckenbodentrainings.

Dr. Arnold Kegel, der Erfinder des modernen Beckenbodentrainings

Der kalifornische Arzt war mit vielen Fällen von inkontinenten Frauen nach einer Entbindung konfrontiert und suchte nach einer Möglichkeit, diese ohne operativen Eingriff zu behandeln. Er beobachtete bei einem südafrikanischen Eingeborenen-Stamm, dass die Frauen nach der Geburt ihres Kindes Nüsse in die Scheide einführten und diese auch mittels Muskelkraft auf und ab bewegten. Weiters beobachtete er auch, dass die Frauen dieses Stammes so gut wie nie inkontinent waren. Er stellte somit einen Zusammenhang zwischen diesem Eingeborenen-„Brauch“ und der Rückbildung des Beckenbodenmuskels her und dass dies Inkontinenz unmittelbar nach der Geburt eines Kindes und auch später verhindern könnte. Und damit sollte er recht haben, wie auch Dr. Kegels in den späten 1940er Jahren dokumentierte Studien bewiesen, als er ein Programm zur Kräftigung des weiblichen Beckenbodens entwickelte und publizierte.

Erfreuliche Nebenwirkung des Kegel-Trainings

Bei seinen Studien entdeckte Dr. Arnold Kegel noch einen sehr angenehmen Nebeneffekt: Viele der untersuchten Frauen, die sich seinem Trainingsprogramm unterworfen hatten, berichteten, dass sich ihre sexuelle Empfindungsfähigkeit sensibilisiert hatte, dass sie mehr Spaß am Sex empfänden und in einigen Fällen gaben die Probandinnen an, dass sie nach der Aufnahme der Beckenbodenübungen zum ersten Mal in ihrem Leben einen Orgasmus erleben durften. Beckenbodentraining hat also nicht nur den Effekt, die Vagina zu verengen und Inkontinenz zu vermeiden, sondern als angenehmen Nebeneffekt, den Spaß am Sex zu erhöhen.

Kegel-Training auch für Männer

Obwohl Männer – außer nach einer Prostata-Entfernung – viel weniger oft an Inkontinenz leiden, entwickelte Dr. Kegel Anfang der 1950er Jahre sein Frauen-Beckenbodentraining weiter und publizierte es auch für Männer. Dabei war beabsichtigt, vorzeitigen Samenerguss zu verhindern. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Beckenübungen sich bei Männern auch günstig auf die Potenz auswirkten. Diese wenig bekannte Tatsache ist es wert, einer breiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht zu werden, zumal die Übungen – wenn man den richtigen Muskel kennt – leicht durchzuführen sind und vor allem ohne Zeitaufwand in den normalen Tagesablauf eingebaut werden können.
Näheres dazu finden Sie in meinem kostenpflichtigen eBook „Beckenbodentraining – Impotenz und Inkontinenz besiegen. Das Praxisbuch für Männer“, das zum sofortigen Download bereit steht.

Viel Erfolg und Spaß beim Beckenbodentraining!

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