Inkontinenz im Alter

Manche Medikamente fördern Inkontinenz
Manche Medikamente fördern Inkontinenz

Die Neigung zur Inkontinenz steigt mit zunehmendem Alter. Doch Blasenschwäche bzw. Inkontinenz ist keine unausweichliche Folge des Alterns, wie schon die WHO (World Health Organization = Weltgesundheitsorganisation) in einem Bericht von 1998 feststellte (Quelle: www.who.int/inf-pr-1998/en/pr98-49.html). Darin wird auch ausdrücklich betont, dass Inkontinenz großteils vermeidbar und vor allem gut behandelbar ist.

Frauen besonders betroffen

Großteils betrifft die Inkontinenz im Alter Frauen, die schon durch ihren Körperbau „begünstigt“ sind. Weitere Faktoren, die die Inkontinenz fördern, sind:

  • Vorangegangene Geburten: Je höher die Zahl der Normalgeburten war, umso belastender wirkt sich das in der Folge auf den Beckenboden aus (wenn nicht konsequent Rückbildung und später regelmäßig vorbeugendes Beckenbodentraining absolviert wurde)
  • Übergewicht: Die überschüssigen Kilos belasten den Beckenboden zusätzlich und lassen ihn erschlaffen. Dies begünstigt Senkungs- und Vorfall-Beschwerden und natürlich Inkontinenz. Schon eine Gewichtsreduktion und Beckenbodentraining können das Problem verringern.
  • Bewegungsmangel: Bei mangelnder Bewegung reduziert sich der Muskeltonus, auch jener des Beckenbodens. Dies begünstigt verständlicherweise Inkontinenz.
  • Hormonmangel: Durch die verringerte Hormonproduktion in der Menopause wird der Beckenbodenmuskel ebenfalls geschwächt und weniger elastisch. Der Schließmuskel versagt dadurch häufiger. Hier kann ebenfalls mit Beckenbodentraining oder lokal verabreichten Hormongaben Abhilfe geschaffen werden.
  • Entzündungen: Der Hormonmangel führt auch dazu, dass die Schleimhäute weniger gut durchblutet werden und an Feuchtigkeit verlieren. Trockene Schleimhäute begünstigen Entzündungen der Harnwege und dies führt wieder dazu, dass der Urin nicht gehalten werden kann. Auch hier kann eine lokal anzuwendende Hormongabe Abhilfe schaffen.
  • Medikamente: Hauptsächlich können zwei Typen von Medikamenten Inkontinenz begünstigen: So genannte Diuretika, die bei Herzbeschwerden oder Bluthochdruck verordnet werden, die die Harnausscheidung fördern. Des Weiteren können Schlaf- und Beruhigungsmittel, sowie Medikamente, die gegen Angstzustände, Muskelverspannungen, Epilepsie, Parkinson usw. verordnet werden, Inkontinenz auslösen bzw. verstärken. Hier sollte mit dem Arzt eine andere Medikamentierung überlegt werden. Begleitendes Beckenbodentraining schadet aber auf keinen Fall.

Inkontinenz bei älteren Männern

Die Ursachen der Inkontinenz bei Männern sind teilweise klarerweise etwas anders geartet, und zwar:

  • Prostataentfernung: Nach der Entfernung der Prostata kann es – abhängig von der Art des Eingriffs – zu vorübergehender oder auch bleibender Inkontinenz kommen. Auch hier kann Beckenbodentraining rascher zur Überwindung des Inkontinenz-Problems beitragen bzw. den Vorlagenverbrauch erheblich reduzieren.
  • Vergrößerung der Prostata: Durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata kann der Harnleiter so eingeengt werden, dass die Blase nie vollständig entleert wird. Dies führt unweigerlich zu einer Entzündung der Harnwege, die wieder dazu führt, dass der Schließmuskel nicht mehr richtig funktioniert.
  • Übergewicht, Bewegungsmangel und Medikamente: Hier sind die Ursachen für Frauen und Männer die gleichen.

Bei Inkontinenz unbedingt den Arzt aufsuchen

Es macht keinen Sinn, sich bei Inkontinenz aus dem öffentlichen Leben aus Scham zurückzuziehen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Denn vorerst müssen Krankheiten, die ebenfalls Inkontinenz verursachen können, ausgeschlossen werden und anschließend können Sie mit dem Arzt eine Therapie besprechen, die in jedem Fall auch Beckenbodentraining enthalten sollte.

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Viel Spaß beim Beckenbodentraining auch im Alter!

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