Gesund trinken mit grünen Smoothies

Angelika Werkner
Angelika Werkner,
geprüfte Präventologin®,
Basenfastenleiterin nach Wacker, Fachfußpflege,
Nordic Walking Trainerin

Warum ausgerechnet Grüne Smoothies?


„Was trinkst Du da?“ ist die häufigste Reaktion wenn ich auf der Fahrt zur Arbeit oder im Büro mit meiner Flasche Lieblingsgetränk am Mund angesprochen werde. „Das sieht ja giftig grün aus“ ist ein weiterer häufiger Kommentar.
Ich erkläre dann, dass es sich um einen Gemüse-Smoothie handelt eben einen grünen Smoothie. Und es handelt sich nicht, wie bei den Obst­-Smoothies, um oft stark gesüßte Getränke. Vielmehr enthalten sie mindestens 50 Prozent Blattgemüse. Dadurch sind sie reich an Vitalstoffen. Welche Vitamine und Mineralstoffe enthalten sind, richtet sich natürlich ganz nach den verwendeten Blatt-Gemüsesorten. Hinzu kommen Enzyme und Ballaststoffe, die Ihre Verdauung anregen, satt machen und den Körper in seinen Funktionen unterstützen. Noch ein Plus der Green Smoothie: Dadurch, dass er maximal zur Hälfte aus Obst bestehen, ist der Fruchtzuckeranteil deutlich geringer als bei den Obst-Smoothies. So vermeiden Sie Heißhungerattacken und regen die Fettverbrennung Ihres Körpers an.

Auf die richtige Zubereitung kommt es an

Weil Neulingen der Geschmack am Anfang zu bitter sein kann, fangen Sie vielleicht erst mal mit 40% Grünzeug und 60% Obst an. Später können Sie die Dosis an Blattgrün erhöhen so viel Sie wollen und variieren mit dem, was Ihnen persönlich schmeckt und bekommt.
Das Thema Variation ist, wie immer in der Ernährung, eines der wichtigsten. In meinen Einsteigerkursen mache ich erst mal ein kleines Spiel: Wie viel grüne Gemüsesorten kennen Sie? Wie viel Obstsorten? Bei nur fünf Obst- und fünf Gemüsesorten kommen bei nur je ein Obst und ein Gemüse pro Drink 25 Variationsmöglichkeiten heraus. Aber außer den normalen Salaten und Spinat oder Kohlsorten gibt es eine Menge Gemüse, das ganz in Vergessenheit geraten ist. Wer denkt schon daran, dass das Grün von Möhren, Mai-Rüben, Rettich oder Radieschen oder auch Kohlrabi essbar ist. Leider wird es meist weggeworfen. Solange Sie Ihre Gemüse aus dem eigenen Garten beziehen oder aus Bio-Anbau, empfehle ich Ihnen dieses Grün auch zu nutzen. Weitere Abwechslung ist über Wildsammlungen möglich, oder gehen Sie doch mal in einen Asia-Shop. Lassen Sie sich ein auf die Blattgemüse aus fernen Ländern und Ihrer Fantasie (fast) freien Lauf.

Verträglicher als Rohkost

Viele Menschen haben Probleme damit, rohes Gemüse zu verzehren. Magenschmerzen oder Verdauungsbeschwerden sind die Folge. Grüne Smoothies sind sehr verträgliche Getränke – und genau das unterscheidet sie zum Beispiel von normaler Rohkost. Grund dafür ist, dass Sie die Pflanzenbestandteile fein püriert zu sich nehmen. Dadurch werden sie viel schneller vom Körper aufgenommen, als wenn Sie sie in Normalform und -größe verzehren würden. So vermeiden Sie, dass es zu Völlegefühl oder Blähungen kommt. Vorsicht aber bei Gemüse, das Sie erst kochen müssen, bevor Sie es in den Mixer geben! Hierzu gehören unter anderem Kartoffeln, Artischocken, Auberginen, Hülsenfrüchte und Spargel. Die gehören nicht in den Smoothie, genausowenig wie Öl.
Diese leichte grüne Zaubermahlzeit hat noch einen weiteren wichtigen Vorteil für Menschen, die nicht gerne lange in der Küche stehen. Herstellung und Reinigung des Gerätes brauchen keine drei Minuten. Einfach Gemüse und Obst kleinschneiden, Wasser dazu und los geht’s.
Wichtig bei der Verarbeitung ist die richtige Zerkleinerung. Sie sollten auf jeden Fall zu einem Standmixer mit einer hohen Umdrehungszahl greifen. Damit können Sie die Pflanzenbestandteile in Sekundenschnelle zerkleinern. Füllen Sie den Mixbehälter ungefähr zur Hälfte mit Obst und Gemüse und gießen Sie einen halben Liter Wasser dazu.
Bitte arbeiten Sie nicht mit dem Pürierstab. Das dauert zu lange und wird auch nicht richtig cremig. Die dabei entstehende Wärme bleibt nicht folgenlos. Sie kann einen Teil der hitzeempfindlichen Vitamine zerstören.

Bessere Haltbarkeit

Im Gegensatz zu einem frischen Saft, den Sie sofort trinken müssen, damit er nicht oxidiert, können Sie einen grünen Smoothie bis zu zwei Tagen im Kühlschrank aufbewahren. Da alle Zellinhaltsstoffe erhalten bleiben, entsteht ein Gleichgewicht das eine vorschnelle Alterung des Obst-/Gemüsemixes verhindert.  Durch das Zerschlagen der Zellwände im Mixer werden die basischen Inhaltsstoffe freigesetzt, die die freien Radikale auch in Ihrem Körper abfangen. Dadurch können Sie auch den Stress des Tages „wegtrinken“, der uns „sauer“ werden lässt.
Sie werden bemerken das Sie nicht eigentlich ein Getränk zu sich nehmen sondern eher eine rohe Suppe. Und das heißt, dass Sie sich unter Umständen lange Zeit pappsatt fühlen. Um sicherzugehen, dass die Aufnahme aller guten Inhaltsstoffe (Eiweiß, Magnesium, Chlorophyll usw.) nicht gestört wird, sollten Sie sowieso eine Stunde vor und nach einem Grünen Smoothie nichts anderes außer eventuell Wasser zu sich nehmen.

Grüner Smoothie verführt zu gesünderer Ernährung

Grüne Smoothies
Grüne Smoothies

Beim Einbau von nur einem Liter grüner Smoothies zusätzlich am Tag bemerken viele, dass der Hunger auf Süßigkeiten mit der Zeit zurückgeht. Nach Kurzem greift man von ganz alleine zu gesünderen Lebensmitteln.  Das kann sich auch in einer Gewichtsabnahme bemerkbar machen.
Auch Ihre Verdauung freut sich über ein mehr an Frischkost. Durch den erhöhten Ballaststoffgehalt reguliert sich die Darmtätigkeit von Selbst und Probleme auf der Toilette gehören bald der Vergangenheit an.
Das Mischungsverhältnis für den Anfänger liegt meist bei 1:1 Obst zu Gemüse. Je mehr man sich an das Getränk gewohnt, desto mehr erhöht sich oft der Anteil an Grünem.  Bei mir ist es oft ein „verflüssigter Salat“, da das einzige Obst eine Zitrone oder Orange ist.

Die Nachteile von grünen Smoothies?

Vor allem, wenn Sie nur einmal in der Woche einkaufen, wird es eine noch deutlichere Flut- und Ebbe-Wirkung im Kühlschrank ergeben. Auf die verdauungsfördernde Wirkung bin ich schon eingegangen. Dies kann sich in einem deutlichen Nachfluss-/Abflusssystem bemerkbar machen.
Wenn Sie wildes Grün in den Smoothie integrieren wollen, müssen Sie mehr raus. Aber die zusätzliche Bewegung ist ja eher ein Vorteil.

Zur Autorin und Kontakt

Angelika Werkner ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern, im Hauptberuf als Immobilienverwalterin tätig, Ernährungsberaterin aus Passion. Ursprünglich Agraringenieurin (Fachrichtung Tierproduktion), später Studium  zur geprüften Präventologin ®, Basenfastenleiterin nach Wacker. Kontakt über angelika.werkner@web.de
www.gruen-und-gesund.de