So leben Sie echt stark und entspannt – Burnout adé

Brennen statt Burnout (Foto: www.shutterstock.com)
Brennen statt Burnout (Foto: www.shutterstock.com)

Burnout. Stress. Ausgebrannt. Diese Begriffe hören wir immer öfters. Sie spiegeln das Erleben vieler Menschen wieder. Wenn Sie sich ebenfalls dazu zählen, dann herzlich willkommen im Club. Sie sind nicht alleine.
So oft der Begriff „Burnout“ gebraucht wird – so unterschiedlich wird er auch verstanden. Denn wie beim Schmerz, so gibt es auch extrem viele unterschiedliche Ursachen und Symptome eines Burnout. Ein Burnout hat oft körperliche als auch seelische

„Keine Ahnung, wie stark ich ausgebrannt bin und ob ich schon einen Burnout habe. Auf jeden Fall werden die Anzeichen – wenn ich ehrlich zu mir bin – immer deutlicher und ich kann bald nicht mehr.“

So oder ähnlich würden viele Menschen ihre Situation beurteilen. Vor kurzem wollte ein Klient herausfinden, ob er bereits einen Burnout hat oder nicht. Im Gespräch mit seinem Coach wurde klar, dass es im Grunde nicht relevant ist, OB er einen Burnout hat oder nicht. Viel wichtiger ist die Frage, was er tun kann, damit er in einigen Monaten wesentlich stärker und entspannter lebt.

Hier wollen auch wir ansetzen. Es fängt zwar damit an, dass Sie sich ungefähr einschätzen, wo Sie sich befinden. Aber viel wichtiger ist, wo Sie sich in ein paar Monaten und Jahren befinden.

Johannes Schulte, Coach und Redner aus Düsseldorf, erzählt in seinem Ratgeber, wie er 2006 selbst einen starken Burnout erlebte und sechs Monate krankgeschrieben wurde. Seitdem hat er viele Dinge verändert, ist neue Schritte gegangen und lebt heute wesentlich stressfreier und gesünder. In diesem Artikel gibt er Ihnen 6 konkrete Schritte mit, damit Sie (oder Ihr Partner) bald schon viel stärker und entspannter leben.

1. Schätzen Sie sich ein

Bei einem Klienten wurde nach einem Bluttest Diabetes festgestellt. Er hatte noch keine Auswirkungen gespürt, aber das war nur eine Frage der Zeit, wenn er sich in Zukunft weiter so ernährt hätte wie bisher. Das Resultat: er änderte seine Ernährung und manche Gewohnheiten. Heute ist sein Blutzuckerspiegel regelmäßig im grünen Bereich und er fühlt sich prima.

Alles fing damit an, dass er seinen momentanen Zustand realisiert hatte.

Egal wie stark wir bereits Symptome eines Burnout am eigenen Körper und Seele spüren – wir werden erst etwas ändern, wenn wir unseren Blutzuckerspiegel, sorry – natürlich Burnoutspiegel – messen und realisieren, was passieren würde, wenn wir so weitermachen wie bisher.

In einem ersten Schritt schätzen Sie sich erst einmal auf einer Skala von 1-10 ein. Bei 10 geht es Ihnen besser denn je und Sie könnten Bäume ausreißen und haben dabei noch ein Lächeln im Gesicht. Bei 0 würde der Arzt Sie unverzüglich krank schreiben und einen sofortigen Krankenhausaufenthalt verordnen.

Wie schätzen Sie sich ein im Vergleich zum letzten Jahr, zum letzten Jahrzehnt oder im Vergleich zu anderen Menschen? Geben Sie sich ganz bewusst eine Zahl, denn dadurch werden Sie konkret. Ein typisches „Ach danke, es geht …“ oder ein „na ja, es muss halt“ wird Ihnen nicht helfen. Werden Sie konkret.

Randbemerkung: Schätzen Sie sich unter 4 ein? Dann werden Ihnen diese Tipps eine Hilfe sein, TROTZDEM wäre es sehr ratsam, dass Sie weitere professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Im zweiten Schritt stellen Sie sich eine sehr wichtige Frage: „Wo werde ich mich in 1-2 Jahren auf der Skala befinden, wenn ich so weitermache wie bisher?“

Gerade diese zweite Frage kann Ihnen eine sehr wichtige Hilfe sein, damit Sie wirklich etwas verändern. Jemand sagte einmal: „Wenn Sie immer dasselbe tun wie bisher, werden Sie auch die Ergebnisse erhalten, die Sie immer erhalten haben.“ Nun, beim Thema Gesundheit müssen wir noch einen Schritt weitergehen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden sich die Ergebnisse meist immer mehr verstärken. Entweder Sie sind auf der Burnout-Skala auf dem Weg nach oben oder weiter nach unten.

2. Entscheiden Sie sich

Viele erfolgreiche Menschen haben eines gemeinsam: sie treffen Entscheidungen. Grundlegende Veränderungen passieren nicht einfach so – man muss sich für sie entscheiden. Deshalb sagen die Japaner auch: „Der Tag, an dem du eine Entscheidung triffst, ist ein Glückstag.“

Entscheiden bedeutet, dass Sie sich ganz bewusst von etwas scheiden, also verabschieden. Verabschieden Sie sich deshalb ganz bewusst HEUTE von Gewohnheiten, die Ihnen nicht gut tun. Verabschieden Sie sich von einem Lebensstil, der Sie stresst und krank macht (bzw. machen könnte).

Dies auch, wenn Sie sich auf der Burnout-Skala (noch) auf 6 oder 7 befinden. Das ist zwar für viele Menschen akzeptabel – denn schließlich befindet sich der Nachbar Karl noch eine Stufe drunter, und die Arbeitskollegen sind auch nicht besser. Diese Einstellung KÖNNEN Sie zwar beibehalten, aber sie wird Ihnen nichts Gutes bringen.

Entscheiden Sie sich dafür, dass Sie sich bald schon 2-3 Skalen-Zahlen weiter oben befinden und stressfreier und entspannter leben. Diese Entscheidung allein löst bei Ihnen bereits Hoffnung aus, oder? Viele Menschen sind den Weg vor Ihnen gegangen, und auch für Sie wird es einen realistischen Weg geben, wie Sie bald schon von oben auf Ihre „alte“ Zahl herunterschauen.

Dies ist möglich, aber nur wenn Sie sich bewusst dazu entscheiden.

3. Definieren Sie Ihre Stressfaktoren

Burnout hat sehr stark mit Energieverlust zu tun. Wir verlieren über eine längere Zeit mehr Energie, als dass wir auftanken. Dabei erleben wir den Energieverlust oft in anderen Situationen. Was mir Stress bereitet und mich „krank“ macht, das kann bei Ihnen Glücksgefühle und Entspannung bewirken. Wir alle sind unterschiedlich.

Deshalb gehen Sie einmal bewusst Ihre Lebensbereiche und Ihren Alltag durch. Sortieren Sie Ihre Tätigkeiten, Ihre Verantwortungsbereiche, Ihre Umstände, Ihre Themen in diese zwei Kategorien: Energie-Fresser oder innere Tankstelle. Was gibt Ihnen Energie und was raubt Ihnen Energie?

Stellen Sie diese zwei Kategorien einmal bewusst gegenüber und schauen Sie sich an, wo Ihre Kraft, Ihre Energie hingeht und wo Sie neue Energien erhalten. Zur Erinnerung: Ein Ausbrennen entsteht immer dann, wenn regelmäßig und über längere Zeit mehr Energie verbraucht wird als dass Sie neue auftanken.

Deshalb markieren Sie Ihre Energie-Fresser oder Energie-Geber auch entsprechend ihrer Intensität. Jeden Tag in einem lärmenden Bus zur Arbeit fahren kann Ihnen Energie rauben. Aber im Vergleich zum Pflegen der Schwiegermutter ist dieser Energiefresser wahrscheinlich relativ gering. Deshalb geben Sie sich auch hier am besten eine Zahl von 1-10. So können Sie schnell erkennen, wo die starken Energie-Fresser sind und bei welchen Tankstellen Sie so richtig auftanken.

4. Eliminieren Sie unnötige Stressfaktoren

Burnout vermeiden (Foto: www.shutterstock.com)
Burnout vermeiden (Foto: www.shutterstock.com)

An dieser Stelle wird es praktisch. Denn jetzt geht es darum, dass Sie alle Stressfaktoren vermeiden, die unnötig sind. Für junge Eltern kann die Erziehung der Kinder ein hoher Stressfaktor sein. Die Lösung bestände allerdings nicht darin, das Kinderheim anzurufen und die eigene Verantwortung abzuschieben. Manche Energie-Fresser sind einfach notwendig und gehören dazu. Aber es ist trotzdem möglich, den Energieverbrauch gehörig zu senken, und zwar zweierlei:

  1. Überdenken Sie die Art und Vorgehensweise Ihrer Erziehung. Organisieren und erziehen Sie so, dass es für alle Beteiligten den geringsten Energieverbrauch bedeutet. Oft sind es bestimmte Regeln, Abmachungen und Strukturen, die mehr Gelassenheit ins Familienleben bringen.
  2. Eliminieren Sie unnötige Stressfaktoren außerhalb der Erziehung, um somit mehr Energie für die Familie zu haben. Manchmal bedeutet dies, dass eine ehrenamtliche Tätigkeit mal für eine Weile ausgesetzt wird oder Sie eine berufliche Verantwortung abgeben. Wichtig ist, dass Sie im Gesamten nie mehr Energie verbrauchen als tanken.

Nun, die Erziehung und Klein-Kind-Phase ist ein Beispiel von vielen. Schauen Sie sich IHRE Situationen an und fragen Sie sich bei den einzelnen Energie-Fressern: „Ist dies wirklich notwendig oder kann ich es auch anders organisieren oder gar diesen Energie-Fresser in Zukunft vermeiden?“

In manchen Fällen kann dies auch bedeuten, die Arbeitsstelle zu wechseln. Andere wiederum entscheiden sich dafür, manche Stressfaktoren in der Freizeit zu streichen, um mehr Kraft und Energie für die Arbeit und andere wesentlichen Dinge im Leben zu haben.

Was immer Sie tun – achten Sie darauf, dass Ihr gesamter Energieverbrauch stark gesenkt wird. Und dann genießen Sie das Glück, entspannter und mit mehr Energie durch das Leben zu fahren.

5. Fahren Sie Ihre Tankstellen an

Ihre persönliche Tankstelle (Foto: www.shutterstock.com)
Ihre persönliche Tankstelle (Foto: www.shutterstock.com)

Tankstellen, wie ich sie hier verstehe, sind etwas Wunderbares. Sie geben uns Energie, verschönern den Moment, schenken gute Erinnerungen. Tankstellen sind die Momente, Aktivitäten und Beziehungen, die uns gut tun und die wir gerne genießen.

Ein Beispiel: Heute morgen war ich unterwegs. Ich hatte die Straßenbahn statt des Autos genommen und bin nach den Erledigungen eine Stunde zu Fuß zurück spaziert. Wie gut das tat! Das Wetter war frisch, ich hörte den Laub unter meinen Füßen und die Luft strömte durch meine Lungen. Ja, ich hatte noch einige Dinge auf meinem Schreibtisch liegen, die erledigt werden wollen. Aber es hat sich gelohnt, dass ich mir diese Zeit bewusst genommen habe. Solche bewusste Zeiten, die Sie sich nehmen, die bekommen Sie definitiv wieder zurück.

Nun sind Spaziergänge vielleicht nicht etwas, was Sie persönlich genießen und wo Sie auftanken. Sie haben Ihre eigenen Tankstellen. Das kann ein 15-minütiges Meditieren sein, das Treffen mit einer Freundin oder eine Runde Fußball spielen.

Eine mögliche Strategie:

  1. Machen Sie sich eine Liste mit allen Aktivitäten, Momenten und Begegnungen, die IHNEN gut tun und bei denen SIE auftanken.
  2. Planen Sie jede Woche mehrere kleinere und größere Tankstellen ein.
  3. Nehmen Sie sich radikal und ganz bewusst diese wichtigen Zeiten.

Und dann erleben Sie das schöne Gefühl, dass Sie sich immer schon auf die nächste Tankstelle freuen und jedes Mal etwas mehr Energie gewinnen.

6. Bleiben Sie dran

Ob in der Ernährung, beim Sport oder auch wenn es um die innere Stärke und Gelassenheit geht – es kommt nicht darauf an, was wir EINMAL tun, sondern was wir IMMER WIEDER tun.

In den letzten sechs Jahren habe ich viele Dinge umgestellt und lebe heute gesünder, entspannter und reicher. Angefangen hat es mit einer ganz bewussten Entscheidung: Ich will nicht so weitermachen wie bisher. Aber das ist nicht der einzige Grund, dass es mir jetzt so viel besser geht.

Der zweite Grund ist der, dass ich dran geblieben bin. Immer wieder habe ich mich mit dem Thema beschäftigt, Bücher gelesen, Kurse besucht. Ich habe dafür gesorgt, dass dieses wichtige Thema nicht von mir vergessen und vernachlässigt wird. Eine Ausbildung zum Personal Coach hat mir einen weiteren Werkzeugkasten mit vielen Tools und Strategien an die Hand gegeben.

Auf meiner Reise habe ich dann immer wieder kleine Veränderungen vorgenommen, um noch gesünder, entspannter und stärker zu leben. Auch jetzt bin ich noch nicht angekommen, sondern befinde mich weiterhin auf einer spannenden Reise. Genau wie Sie.

Das Geheimnis liegt darin, dass wir uns immer wieder Zeit nehmen, reflektieren und weitere kleine und größere Veränderungen vornehmen.

In Vorträgen und Seminaren helfe ich heute anderen Menschen, dass sie ebenfalls den Reichtum erleben, ein gesundes und starkes Leben zu leben.

Ein Angebot des Autors

 Burnout-Coach Johannes Schulte
Burnout-Coach Johannes Schulte

Auf www.starkwerden.eu können Sie einen kostenlosen Ratgeber mit weiteren Strategien und wertvollen Tipps anfordern. In dem Ratgeber erzähle ich meine eigene Geschichte und gebe 5 sehr wichtige Strategien weiter, wie Sie stark, gesund und entspannt leben.

Entscheiden Sie sich am besten heute noch dafür, den nächsten Schritt zu gehen und morgen schon gesünder und entspannter zu leben. Denn

„Wenn du Dinge sehen willst, die du vorher noch nie gesehen hast, dann musst du Schritte gehen, die du vorher noch nie gegangen bist.“ (Bill Wilson)