Fünf „dirty tricks“ bei Blasenschwäche

Ballaststoffreiche Ernährung
Ballaststoffreiche Ernährung
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Wenn Sie bereits an Inkontinenz bzw. Blasenschwäche leiden, gibt es neben Beckenbodentraining, das Sie regelmäßig praktiziere sollen, ein paar Tricks, die Ihnen das Leben erleichtern sollen bzw. Ihnen helfen werden, Ihr „Problemchen“ etwas besser in den Griff zu bekommen. Bei einigen der „Tricks“ handelt es sich um Dinge, die Sie wahrscheinlich unwillkürlich falsch machen, weil der richtige Weg auf den ersten Blick absurd erscheint, aber genau damit verstärken Sie Ihre Blasenschwäche bzw. Inkontinenz und schaden auch noch Ihrer Gesundheit.

1. Gehen Sie nicht zu oft zur Toilette

Dies wird Ihnen – wie schon oben gesagt – absurd erscheinen, aber tatsächlich trainieren Sie Ihren Blasenmuskel, wenn Sie nicht immer schon auf Verdacht auf die Toilette eilen. Probieren Sie es anfangs zu Hause aus, wo Sie sich sicher fühlen und es Sie nicht auch noch psychisch belastet, nicht sofort eine Toilette in der Nähe zu haben. Warten Sie möglichst lange zu und versuchen Sie, den Toilettengang immer etwas weiter hinauszuzögern. Die Muskulatur ihrer Blase wird dadurch trainiert, dass sie gefüllt ist und sich dann vollständig entleeren kann. Wenn Sie immer schon beim kleinsten Anzeichen die Toilette aufsuchen, füllt sich die Blase nie wirklich ganz und der Blasenmuskel erschlafft. Dadurch reduziert sich auch das Fassungsvermögen der Blase allmählich und Ihre Inkontinenz verschlechtert sich.


Darum: Gehen Sie nicht schon beim ersten Anzeichen auf die Toilette, sozusagen „auf Verdacht“, sondern beenden Sie eine angefangene Tätigkeit, zählen Sie bis hundert, führen sie noch ein Telefongespräch (das lenkt Sie vielleicht ab) oder Ähnliches.

Damit im Zusammenhang steht auch mein zweiter Tipp:

2. Trinken Sie viel

Wasser trinken
Wasser trinken
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Auch dies erscheint auf den ersten Blick völlig absurd: Viele inkontinente Menschen trinken zu wenig, um einen unerwünschten Harndrang zu vermeiden. Dabei entsteht aber das gleiche Phänomen wie unter Punkt 1, nämlich dass der Blasenmuskel erschlafft und das Fassungsvermögen der Blase abnimmt.

Weiters schaden Sie Ihrem Organismus, wenn Sie zu wenig trinken, denn die Nieren müssen die gleiche Schadstoffmenge mit weniger Flüssigkeit ableiten, das heißt auch, dass die Schadstoffkonzentration im Urin wesentlich dichter ist, Blase und Harnwege werden weniger gut gespült und durch die höhere Dichte an Schadstoffen kann es zu Entzündungen und Infektionen des Harntraktes kommen.

Also bitte: Versuchen Sie, langsam Ihre Trinkmenge (darunter verstehe ich Wasser – ohne Kohlensäure, denn diese erhöht den Harndrang – oder möglichst ungesüßten Tee) zu erhöhen, bis Sie auf etwa zwei bis zweieinhalb Liter täglich kommen. Nicht dazu zählen natürlich Kaffee und alkoholische Getränke. Vermeiden Sie auch Fruchtsäfte und Fruchtsaftgetränke, da diese so gut wie keine Ballaststoffe, aber dafür eine enorme Menge an Zucker enthalten. Wenn Sie Fruchtsäfte konsumieren möchten, dann verdünnen Sie sie möglichst im Verhältnis 1:10.

Die Trinkmenge hat auch mit dem nächsten Tipp zu tun:

3. Nicht pressen, weder beim Stuhlgang noch beim Harnlassen

Wenn Sie beim Stuhlgang oder beim Urinieren pressen, üben Sie unnötigen Druck auf Ihren Beckenboden aus, was ihn weiter schwächt. Darum sorgen Sie durch gesunde und ballaststoffreiche Ernährung dafür, dass Sie beim Stuhlgang möglichst nicht pressen müssen. Und wenn Sie sich ballaststoffreich ernähren, müssen Sie unbedingt viel trinken, damit die Fasern leichter ausgeschieden werden können.

Oft wird beim Urinieren noch nachgepresst, um die Blase besser zu entleeren. Dies sollten Sie ebenfalls völlig unterlassen, da es ebenfalls eine unnötige Belastung für den Beckenboden darstellt. Warten Sie lieber ein paar Augenblicke länger, bis die Blase entleert ist, damit kein Restharn in der Blase bleibt. Dieser kann wiederum zu Reizungen und Entzündungen führen, was ebenfalls Ihre Inkontinenz negativ beeinflusst.

4. Beim Husten seitlich nach oben drehen

Wahrscheinlich haben Sie schon oft beim Husten Urin verloren. Hier ein Praxistipp, den Sie jedoch üben müssen, und zwar im Sitzen: Spannen Sie beim Husten den Beckenboden an und versuchen Sie dem intuitiven Zusammenkrümmen des Körpers, das ja den starken Druck auf den Beckenboden ausübt, entgegen zu wirken, indem Sie sich seitlich nach oben und hinten drehen. Dieser Tipp ist nicht leicht auszuführen und wird Ihnen – vor allem bei einer schweren Erkältung – nicht immer gelingen, aber ich empfehle Ihnen, es zu üben

5. Bei Harndrang den Oberkörper vorbeugen

Mein letzter Tipp für heute, den Sie ebenfalls üben sollten. Wenn Sie von einem plötzlichen Harndrang befallen werden, beugen sie Ihren geraden Oberkörper nach vorne und/oder unten. Damit ändern sich die Druckverhältnisse im Bauchraum, Sie entlasten den Druck in der Blase zumindest kurzfristig und gewinnen dadurch etwas Zeit, bis Sie in Sicherheit eine Toilette erreichen können. Wenn Sie in der Öffentlichkeit sind, fingieren Sie, dass Sie etwas vom Boden aufheben müssen, wenn Sie an einem Tisch sitzen, versuchen Sie etwas weit vor Ihnen Liegendes zu ergreifen etc. Üben Sie auch diesen Trick vorerst zu Hause, wo Sie sich sicher fühlen, dann können Sie damit auch in der Öffentlichkeit „auftreten“.

Beckenbodentraining nicht vergessen!

Natürlich dürfen Sie Ihr Beckenbodentraining nicht vergessen. Beckenbodenübungen können Sie ohne Zeitaufwand, überall und unbemerkt von Ihrer Umwelt ausführen. Wie Sie Ihr Beckenbodentraining in den Alltag einbauen können, lesen Sie in meinem eBook „Beckenbodentraining – Inkontinenz vorbeugen – besiegen“, das Sie hier zum Preis von €23 sofort downloaden können.

Viel Spaß und Erfolg beim Beckenbodentraining gegen Inkontinenz und für mehr Lebensqualität!

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