Über das Gemeinsame von Entbindung und Prostata-OP

Was soll denn eine Entbindung, wo ein neuer Erdenbürger auf die Welt kommt, mit der Entfernung der Prostata zu tun haben, wo Letzteres ein Sich-Verabschieden von einer krankhaft veränderten Drüse bedeutet?

Nun, abgesehen davon, dass beides mit Zeugung zu tun hat, gibt es eine wichtige Gemeinsamkeit: Als Vorbereitung auf Geburt und den Eingriff zur Entfernung der Prostata soll unbedingt Beckenbodentraining praktiziert werden. Und es ist ebenfalls wichtig, sich nachher so bald wie möglich dem Beckenbodentraining zu unterziehen.

Beckenbodentraining als Vorbereitung auf die Geburt

Es ist ja bekannt, dass ein trainierter Muskel elastischer und besser durchblutet ist. Bei einer Entbindung wird der Beckenbodenmuskel über längere Zeit extrem gedehnt. In Ausnahmefällen kann der Muskel auch einreißen. Dies stellt ein enormes Trauma für den Beckenboden dar, von dem er sich nur schwer, in manchen Fällen (wenn nichts dagegen unternommen wird) nie erholt. Diesen Stress übersteht ein gut trainierter Muskel leichter und nimmt weniger Schaden als ein nicht trainierter. Daher ist es dringend zu empfehlen, schon vor der Entbindung regelmäßig Beckenbodenübungen zu machen. Den Zeitpunkt, wann diese zu beenden sind, sollten Sie zusammen mit Ihrem Gynäkologen oder der Hebamme entscheiden.

Beckenbodenübungen vor einer Prostataentfernung?

Warum nun auch schon vor einer Prostataentfernung Beckenbodenübungen praktiziert werden sollen, ist schnell erklärt: Bei einem gesunden Menschen funktioniert die Kontrolle der Urin-Ausscheidungen in zweifacher Weise, nämlich durch den Blasenschließmuskel und in weiterer Folge durch den Beckenboden, der wie eine Acht beim Mann um Penis und Anus liegt. Je nach Art und Schwere des Prostata-Eingriffs kann der Blasenschließmuskel verletzt oder muss ganz entfernt werden. Wenn dies der Fall ist, trägt der Beckenbodenmuskel sozusagen die ganze Verantwortung für die Kontinenz. Wenn der Beckenbodenmuskel aber schwach ist, verstärkt das die meist nach einem solchen Eingriff auftretende Inkontinenz. Daher sollte man diesen Beckenboden bereits vor der Operation kräftigen und stärken.

Rückbildungsgymnastik

Rückbildungsgymnastik
Rückbildungsgymnastik
Foto: www.freedigitalphotos.net

Heute ist es ja schon fast obligatorisch, dass junge Mütter nach einer Geburt zur Rückbildungsgymnastik eingeladen werden, die auch Beckenbodentraining umfasst, damit der traumatisierte Beckenbodenmuskel wieder in Form kommt. Dies ist ebenfalls zur Vermeidung einer vorübergehenden Inkontinenz und vor allem von späteren Problemen damit unbedingt empfehlenswert. Und außerdem ist ein straffer Beckenbodenmuskel für die Orgasmusfähigkeit der Frau sehr wichtig.

Inkontinenz nach Prostata-OP

Viele Männer klagen nach der Entfernung der Prostata über Inkontinenz und auch Impotenz. Das erste Mittel der Wahl ist auch in diesem Fall gezieltes Beckenbodentraining. Und wenn der Eingriff auch den Blasenschließmuskel betroffen hat, liegt die Urinkontrolle allein beim Beckenboden. Wenn Sie also schon vorher Ihren Beckenboden gekräftigt haben, wird die Inkontinenz nach der OP weniger lang dauern und vor allem weniger stark und belastend für Sie sein. Natürlich müssen Sie weiter trainieren, um den Beckenboden in Form zu halten.

Beckenbodentraining im Alltag

Zuerst müssen Sie die Beckenbodenübungen gut erlernen, das heißt, Sie müssen den richtigen Muskel gezielt ansprechen können. Wenn dies der Fall ist, können Sie die Beckenbodenübungen zwischendurch überall, zu jeder Zeit und völlig unbemerkt von Dritten ausführen. Wie, das erfahren Sie in meinen beiden eBooks

„Beckenbodentraining – Inkontinenz vorbeugen – besiegen. Das Praxisbuch für Frauen“, € 23

 und

 „Beckenbodentraining – Impotenz und Inkontinenz besiegen. Das Praxisbuch für Männer“, € 29.

Beide eBooks stehen hier auf dieser Seite zum sofortigen kostenpflichtigen Download bereit. Legen Sie gleich los!

Viel Spaß beim Beckenbodentraining gegen Inkontinenz und für mehr Lebensfreude!

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