Bewegung und Beckenboden

Jürgen Leibach Ernährungsberater
Jürgen Leibach
Ernährungsberater

In diesem Beitrag erfahren Sie mehr, wie Sie für jede Ihrer Zellen die Nähr- und Vitalstoffversorgung grundlegend verbessern können. Mit Bewegung verbessern Sie die Verdauung, denn das ist wie Massage für die Eingeweide. So unterstützen Sie Ihren Darm bei der Revitalisierung und Entgiftung.
Sie erfahren, wie Sie mit Bewegung etwas für eine bessere Sauerstoffversorgung und Energiegewinnung tun können und wie Sie Ihren Körper bei der Entsäuerung und Entschlackung unterstützen. Und schließlich hilft Ihnen Bewegung, auch Ihren Beckenboden straff und gesund zu erhalten.

Was unsere Fitness ausmacht

Der Fitness-Kuchen
Fitness besteht aus mehreren Komponenten
Quelle: Jürgen Leibach

Kennen Sie Ihn, den “Fitness-Kuchen?” Jedes dieser Kuchenstücke steht für eine spezielle motorische Fähigkeit, eine Bewegungsfähigkeit sozusagen. Alle fünf motorischen Fähigkeiten zusammen bilden unsere körperliche Fitness. Während die Ausdauerfähigkeit das größte Stück ist, gefolgt von der Koordination, sind die Stücke Kraft, Beweglichkeit und Schnelligkeit etwa gleich groß. Die unterschiedliche Größe stellt ihre Bedeutung für unsere körperliche Fitness dar.
Die Ausdauer hat mit 50% den größten Anteil an unserer Fitness. Denn genau wie bei unserer Verdauung laufen wir genetisch immer noch auf den Programmen unserer Ahnen: Sie mussten weite Wege zurücklegen, um täglich ausreichend Nahrung zu finden. Daher ist ein regelmäßiges Ausdauertraining für die Gesundheit unseres Herzens und des gesamten Organismus eine absolute Notwendigkeit. Von diesem “Kuchenstück” dürfen Sie also öfter “naschen”.
Auch Kraft-, Beweglichkeits- und Koordinationstraining gehören zu einer optimalen körperlichen Fitness. Alle motorischen Fähigkeiten können wir bis ins hohe Alter erhalten und trainieren. Allerdings gibt es auch eine schlechte Nachricht: Wir müssen dafür etwas tun, denn ohne Training nehmen diese mit zunehmendem Alter immer weiter ab.

Bewegung hält uns jung und gesund

Wussten Sie, dass ab dem 30. Lebensjahr Ihre Muskelmasse von Natur aus kontinuierlich abnimmt? Es gilt die Devise: Wer rastet der rostet! Nutzen Sie Ihre Muskeln nicht, dann verkürzen sie, werden schwächer und können schnell verhärten und verkrampfen. Wenn wir nichts dagegen tun, sondern uns nur wenig und unregelmäßig bewegen, kommt es schnell zum Ungleichgewicht zwischen den Muskeln. Das kann zu Haltungsschwächen und -schäden führen, Organe können sich absenken, wie etwa Blase oder Gebärmutter, das Herz kann Probleme machen, ebenso der Darm, was sich ungünstig auf den Beckenboden auswirkt.
Bewegung verbessert die Verdauung, denn sie ist wie Massage für die Eingeweide. Der Transport unserer Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt wird verbessert und damit gleichzeitig die Nahrungsverwertung. Guttrainierte, stramme Bauchmuskeln verhindern außerdem, dass sich unser Bauch mit den Darmschlingen darin nach vorne wölbt, was unsere Verdauung zusätzlich verlangsamen und verschlechtern würde. Eine solch schleppende Verdauung verlängert die Kontaktzeit mit schädlichen, womöglich krebsauslösenden Substanzen im Darm. Laut dem deutschem Ärzteblatt folgt daraus für körperlich inaktive Menschen ein um 50% höheres Dickdarmkrebsrisiko!

Doch das ist nicht alles

Wenn wir Muskeln verlieren, verlieren wir nicht nur die Kraft und Beweglichkeit, sondern gleichzeitig sehr wichtiges, stoffwechselaktives Gewebe. Das bedeutet, in unserem Körper findet weniger Fettverbrennung statt und damit weniger Energieproduktion. Stattdessen entsteht mehr Fettgewebe. Die Folgen sind klar: Wir nehmen zu, bekommen Probleme mit unserem “Stoffwechselmüll”, den Säuren im Gewebe, die ohne Bewegung nicht richtig abtransportiert werden können, und schließlich bekommen wir noch Schwierigkeiten mit unserem nicht benutzten Bewegungsapparat. Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen und Ähnliches, orthopädische Probleme also, treten auf, denn ich sagte es ja schon: Unser Körper braucht Bewegung, um gesund zu bleiben.

Haben Sie Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen oder Ihrer Lust auf Sex?

Dann bringen Sie sich in Bewegung, bevor sie zu Schlaftabletten oder anderem greifen! Nicht nur Ihr Körper wird es Ihnen danken: Ihre Kraft wird wachsen, Ihr Immunsystem wird aktiviert, der Insulinhaushalt optimiert und durch die Bildung neuer Synapsen schon nach dem ersten Training verbessert sich das Zusammenspiel zwischen Nerven und Muskeln, die sogenannte neuromuskuläre Koordination. Aktive Muskulatur ist also ein wahrer Balsam für Körper, Seele und Geist.
Jugendlichkeit im fortschreitenden Alter ist etwas, das Sie nur mit genug aktiver Muskelmasse, also mit Fitness erreichen können. Denken Sie daran, wenn Sie mal wieder abends vor dem Fernseher gelandet sind oder am Sonntagnachmittag auf dem Sofa abhängen, statt einen Spaziergang zu machen.

Ohne Fitness altern wir schneller

Bewegung und Fitness verzögern nicht nur den Alterungsprozess, sondern sind als Vorbeugung für Krankheiten interessant. Immer bekannter wird, dass Bewegung bei Krankheit die Heilung sehr gut unterstützt, ja sogar therapeutisch eingesetzt werden kann. Überlegen Sie daher, wenn Sie krank sind, ob die Bettruhe für Sie wirklich das Beste ist. Ein richtig dosiertes Training beschleunigt den Heilungsprozess oft nachweislich besser als Medikamente!
Denken Sie immer daran: Wenn Sie Ihre Muskeln erhalten wollen, sollten Sie sie regelmäßig kräftigen. Soll Krafttraining gesund sein, dann geht es nicht um Bodybuilding, die Grenzen Ihrer Belastbarkeit und massigen Muskelaufbau. Es geht um einen allgemeinen und moderaten Kraftaufbau mit dem Ziel der allseitigen und umfassenden Kräftigung der Muskulatur von Beinen, Rumpf, Beckenboden, Schultergürtel, Nacken und Armen. Neben der Kräftigung sollte dem Erhalt der Elastizität und Beweglichkeit ausreichend Zeit eingeräumt werden. Dafür müssen wir unsere Kraftausdauer mit 40 bis 60% unserer maximalen Leistungsfähigkeit trainieren, also bei Weitem nicht an unsere Belastungsgrenzen gehen.

Kommen wir nun zur Praxis

Ein langsames bis mittleres Bewegungstempo und eine kontrollierte Bewegungsausführung sind dabei wichtig, sieben bis fünfzehn Wiederholungen je Bewegungseinheit und das in drei bis fünf Serien mit kurzen Pausen dazwischen. Wenn Sie rhythmisch oder mit Musik arbeiten wollen, eignen sich besonders Aerobicformate mit kleinen Handgewichten, Stepps, Therabändern oder auch Pilates und Zirkeltraining.
An dieser Stelle sei auch das sehr nützliche Beckenbodentraining genannt, besonders nach einer Geburt oder Prostataentfernung. Viele nützliche Praxis-Tipps und Tricks sowie Wissenswertes rund ums Beckenbodentraining, das Tabuthema Inkontinenz, Rückbildungsgymnastik nach einer Geburt, Frigidität oder sexuelle Unlust, Impotenz und Inkontinenz, erfahren Sie hier auf diesem Blog.

Abnehmen gut für Beckenboden

Diäten ohne Bewegung sind völlig nutzlos. Um den Jojo-Effekt zu vermeiden, muss man das bestehende Fettgewebe nicht nur abbauen, sondern mehr stoffwechselaktives Muskelgewebe aufbauen. Es kann sogar so weit kommen, dass der Körper nach einer falschen Diät prozentual sogar noch mehr Fettgewebe hat als vorher. Gewichtsreduktion wirkt sich auch positiv auf den Beckenboden aus und verbessert eine eventuell schon bestehende Inkontinenz.
Wichtig ist, dass Sie langsam abnehmen, und so, dass es Ihnen Spaß macht, denn sonst bleiben Sie nicht “dran” und erreichen außer Frust nicht viel.

Zum Autor

Jürgen Leibach ist Experte auf dem Gebiet Ernährungsberatung für eine gesunde Darmflora, Entsäuerung, Verdauungsprobleme, Lebensmittelunverträglichkeit, Übergewicht und betreibt zu diesem Thema einen Blog unter www.jleibach-gesundheit.com.
Kontakt: jleibachgesundheit@gmail.com

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