Beckenboden-Training – ist das anstrengend?

</a> Irrtum, Beckenbodentraining ist nicht anstrengend!<br />© Robert-Kneschke-Fotolia.com
Irrtum, Beckenbodentraining ist nicht anstrengend!
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Schon allein der Begriff Beckenbodentraining ist missverständlich, weil negativ besetzt und schreckt wahrscheinlich viele Personen ab, es zu praktizieren – besonders vielleicht diejenigen, die es dringend nötig hätten: Beckenbodentraining hat jedoch nichts mit hartem Training im Fitness-Studio zu tun, Sie werden ziemlich sicher auch nicht ins Schwitzen oder außer Atem kommen, Sie brauchen keine Kraftübungen zu machen, noch weniger müssen Sie sich dazu umkleiden, und Sie brauchen auch nirgends hinzugehen, um zu trainieren – außer Sie trainieren anfangs mit einem Therapeuten.
Viele Menschen verbinden mit dem Wort „Training“ die eben beschriebenen Umstände, die nicht ihrem Lebensstil entsprechen, und beginnen erst gar nicht mit dem Training, weil sie glauben, es sei anstrengend und bringe ja sowieso nichts. Damit werden sie allerdings Recht behalten, weil sie ja mit den Beckenbodenübungen gar nicht erst beginnen und nehmen damit in Kauf, entweder inkontinent zu werden oder – wenn sie schon inkontinent sind -, dass sich das Leiden verstärkt.

Was ist Beckenboden-Training nun eigentlich?

Gehen wir an die Anfänge zurück. Der Beckenboden ist ein dreischichtiges Muskelgeflecht, das Anus und Vagina umschließt. Aus diesem Grund ist der Beckenbodenmuskel auch hauptverantwortlich für die kontrollierte Abgabe von Harn und Stuhl. Wenn der Muskel geschwächt ist – sei es durch Geburten, Übergewicht, Hormonmangel in der Menopause, körperliche Belastung (auf krankhafte Veränderungen kann hier jedoch nicht eingegangen werden!) -, kann er dieser Aufgabe in vielen Fällen nicht mehr ausreichend gerecht werden und es kommt zu Harninkontinenz, Blasen- und Gebärmuttersenkung oder -vorfall.
Laut der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft (Quelle: kontinenz-gesellschaft.de, Pressemitteilung vom 18.05.2012) leiden derzeit 8 bis 9 Millionen Deutsche an Inkontinenz, das ist etwa ein Zehntel der Bevölkerung. Eine ganze Industrie lebt offenbar gut davon, kann sie sich doch häufig TV-Werbung zur Hauptsendezeit leisten – ein Indiz für die Größe und Bedeutung des Inkontinenz-Produkte-Marktes. Prof. Dr. Hofmockel vom Beckenbodenzentrum Rheinhessen behauptet sogar, dass für Erwachsenenwindeln mehr Geld als für Kinderwindeln ausgegeben wird.
Doch in den meisten Fällen könnte Inkontinenz schon vorab vermieden werden, wenn der Gedanke des vorbeugenden Beckenboden-Trainings mehr in das Bewusstsein der Menschen einfließen würde. Und vorbeugendes Beckenbodentraining ist ganz leicht, wenn man den richtigen Muskel kennt und anspannen/entspannen kann. Es ist in etwa so „anstrengend“, wie die Augen zusammenkneifen und wieder zu öffnen – nicht mehr und nicht weniger. Beckenboden-Training zur Vorbeugung der Harninkontinenz oder Blasenschwäche können Sie auch überall ausführen, zu Hause oder im Büro, im Auto oder auf der Straße.

Beckenbodenübungen bei bereits bestehender Inkontinenz

Wenn jedoch bereits Inkontinenz eingetreten ist, müssen natürlich schwerere Geschütze aufgefahren werden, aber keine Angst, auch dann ist das Beckenboden-Training nicht schweißtreibend, es muss nur regelmäßiger und vor allem konzentrierter betrieben werden, möglichst zwei Mal täglich – natürlich abhängig von der Schwere der Inkontinenz. Und vor allem müssen die Übungen konzentriert und kombiniert mit richtigem Atmen durchgeführt werden. Dies bedarf eines gewissen Zeitaufwands und man sollte dabei auch ungestört sein, wenn möglich.

Beckenbodentraining als Vorbeugung

Um es erst gar nicht zu Inkontinenz kommen zu lassen, sollte schon frühzeitig mit Beckenbodentraining begonnen werden. Das Training ist einfach und kann ohne Zeitaufwand, überall und unbemerkt von Dritten praktiziert werden. Wie, erfahren Sie in meinen beiden eBooks

„Inkontinenz vorbeugen – besiegen. Das Praxisbuch für Frauen“ und
„Impotenz und Inkontinenz besiegen. Das Praxisbuch für Männer“

die Sie kostenpflichtig sofort downloaden können.

Viel Spaß beim leichten Beckenbodentraining zur Vorbeugung!

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